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| Kampfansage oder Persönlichkeitserweiterung Wenn man jemanden beim Tai-Chi-Üben beobachtet, sieht man langsame Bewegungen, die sich zu einer Art Tanz zusammen fügen. Diese festgelegte Bewegungsabfolge (Form) ist das Kernstück des Tai-Chi-Unterrichts. Form Die kleine Form der Familie Lee besteht aus 50 Positionen bzw. 13 Sequenzen. Zunächst werden die Positionen (Stände) vermittelt, dann die Bewegung, die von einer Position zur nächsten führt. Die Bewegungsabfolge wird so nach und nach vervollständigt. Mit wachsender Erfahrung werden die Bewegungen mit immer mehr Inhalt gefüllt. Detaillierte Bewegungskorrekturen werden vorgenommen. Auf die Einhaltung der Grundprinzipien wird geachtet. Anwendungen werden erklärt und mit Partner geübt. Der Atemfluss wird mit dem Bewegungsfluss in Einklang gebracht. Grundidee Der Bewegungsablauf der Form ist wie eine Art Lehrbuch (Übungsmuster). Es beinhaltet die Arbeit mit Angriffen und deren Abwehren. Es ist eine Auseinandersetzung mit imaginären Gegner. Zunächst bedeutet das vor allem eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Wieviel Durchhaltevermögen besitze ich? Wie stabil stehe ich? Setze ich meine Kräfte sinnvoll und nutzungsorientiert ein? Wieviel Kraft steht mir zur Verfügung? ... und und und. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit steht also zunächst im Vordergrund. Es gibt verschiedenen Möglichkeiten sich mit etwas auseinander zu setzen. Man kann sich verbal, mental oder mittels Waffen mit sich oder anderen auseinander setzen. In einer Konfrontation mit einem Partner kommen auch verschiedene Waffen zum Einsatz. Das können spitze Worte, aber auch Schläge, Tritte und der Einsatz von z.B. einem Stock sein. Der effektiven Verteidigung wird im Tai-Chi mehr Wert beigemessen als sinnlosen, kraftzehrenden Angriffen. Innere Kampfkunst Man unterscheidet zwischen den inneren und den äußeren Kampfkünsten. Tai-Chi gehört zu den inneren Kampfkünsten, die sich mit der Kultivierung der eigenen Persönlichkeit und des eigenen Potenzials beschäftigt. Diese Herangehensweise hat einen deutlichen Verteidigungscharakter. Eigene Grenzen und Möglichkeiten erkennen und der Einsatz der erlernten Mittel nur im Rahmen der Verteidigung gegenüber anderen ist hierbei sehr wichtig. Das lässt auf einen philosophischen Hintergrund schließen, der nicht an den Pforten des Übungsraumes endet. Höflichkeit und Respekt gegenüber allen anderen ist dabei höchstes Gebot. Statt sinnlosem Einsatz von Gewalt ist bedachtes Handeln gefordert. Die mentale Auseinandersetzung mit den Aufgabenstellungen ist notwendig. Das macht Tai-Chi zu mehr als einer Körperertüchtigung (reinen Kampftechnik) und lässt es aus diesem Grund so nachhaltig wirken. Tai-Chi-Waffen Zu den Tai-Chi-Waffen gehören so eindeutige Waffen wie Schwert und Säbel, Gebrauchsgegenstände wie der Stock und weniger offensichtliche Waffen wie Fächer oder Tuch. Jede Waffe ist unterschiedlich in ihrer Handhabung. Diese wird in einem speziellen Training geübt. Für jede Waffe gibt es wiederum eine festgelegte Form, die den Umgang mit der Waffe trainiert. Partnerübungen dienen der Überprüfung der erlernten Kenntnisse. |
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